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Beratung: Notebook-Ergonomie

Notebook Reparatur Kostenvoranschlag kostenlos

Wie sich Tastatur und Touchpad anfühlen, lässt sich anhand der Datenblätter überhaupt nicht feststellen. Zwar lassen sich tatsächlich beispielsweise der Tastaturhub, der Reibungswiderstand des Touchpads oder sogar der Tastenanschlag als Funktion des Druckwiderstands über die Anschlagzeit messen – Fahrzeughersteller haben für solche haptischen Aspekte spezialisierte Abteilungen. Aber dabei entstehen keine Ergebnisse, aus denen Anwender etwas Erhellendes ablesen könnten, zumal die persönlichen Vorlieben zu unterschiedlich ausfallen. Nur durch Ausprobieren erfährt man also, ob eine Tastatur dem eigenen Geschmack entspricht.

Auch muss sich jeder selbst überlegen, welche Schnittstellenpositionierung für ihn sinnvoll ist. Der eine findet einen Audioausgang an der Vorderseite praktisch für einen Kopfhörer, der andere will das Notebook zu Hause an der HiFi-Anlage betreiben und bevorzugt Buchsen an der Rückseite – ähnliches gilt für den FireWire-Anschluss, den wiederum andere Anwender überhaupt nicht benötigen. Manche nervt es, Strom-, LAN- und VGA-Kabel an unterschiedlichen Seiten einstecken zu müssen, andere bevorzugen eine Docking-Station oder verlassen sich auf Bluetooth und WLAN.

Ein paar Überlegungen sollte man also auf die häufig genutzte Peripherie verwenden. Auch kleine Details spielen oft eine große Rolle: Wie einfach lässt sich das Display öffnen, wie fühlt sich die Handballenablage an, rutscht das Notebook leicht auf dem Tisch hin und her, wie trägt es sich; bevorzugt man eher klare Linien als zerklüftete Gehäuse – oder ist einem das Design ganz egal?

Selbst auf scheinbar objektiv messbare Herstellerangaben sollte man nur grob vertrauen. Auf die Dicke kann man sich beispielsweise für den Kauf einer Tasche nicht verlassen, denn manchmal messen die Hersteller an der dünnsten Stelle oder vergessen die Gummifüße. Die für die Ergonomie interessante Angabe der Höhe des Unterbaus und damit der Handballenauflage fehlt praktisch immer.

Auch das Gewicht stimmt nicht immer. Einige Hersteller wiegen ihre Geräte offensichtlich mit dem schwächsten oder sogar ohne Akku, manchmal vielleicht auch ohne Prozessor, Speicher oder Festplatte. Das Gewicht des Netzteils fehlt meist oder ist ohne Netzkabel ermittelt. Teils sind geringe Abweichungen verständlich, denn beispielsweise wiegen Festplatten verschiedener Kapazität oder die in den verschiedenen Ländern mitgelieferten Netzkabel tatsächlich unterschiedlich viel.

Besonders interessant ist das Gewicht bei den Notebooks mit 13,3- und 14-Zoll-Display: Die leichten wiegen um zwei Kilogramm und lassen sich gut mitnehmen, aber die um 2,5 Kilogramm mag manch einer schon als zu schwer empfinden. Die meisten 15,4-Zoll-Notebooks wiegen 2,8 bis drei Kilogramm, rühmliche Ausnahmen sind das Apple MacBook Pro und das Samsung X60 mit einigermaßen tragbaren 2,5 Kilogramm sowie das noch etwas leichtere Lenovo ThinkPad T60, das inzwischen mit 15- und 15,4-Zoll-Display erhältlich ist.

17-Zoll-Notebooks gelten als noch praktikabel, größere Displays erfordern aber eine Abkehr vonder klassischen Bauform, wie beim Dell XPS M2010 mit höhenverstellbarem 20-Zoll-Display und abnehmbarer Tastatur.

Ein Netzteil wiegt als Näherungswert inklusive Kabel etwa 500 bis 700 Gramm, bei Subnotebooks auch mal unter 400 und bei 17-Zöllern mit stromhungrigen Gaming-Grafikchips über 800 Gramm.

Auch die Hoffnung, sich lückenlos und verbindlich über das passende Zubehör informieren zu können, wird enttäuscht. Ausführliche Kompatibilitätsmatrizen zu Zweitakku, Docking-Station und Ähnlichem findet man bei Herstellern wie Acer, Asus, HP, Lenovo oder Toshiba. Andere wie Dell oder LG verlangen hingegen etwas ausführlichere Recherchen auf ihren Internetseiten, manchmal verschafft erst eine Anfrage beim Support endgültige Klärung.

Besonders genau muss der Kunde hinschauen, wenn er den Kauf einer Docking-Station plant – praktisch, wenn man häufig zwischen mobilem und stationärem Einsatz wechselt und am Schreibtisch mit einem Griff alle Peripherie samt Strom anschließen möchte. Einige billige Business-Notebooks haben keinen Anschluss für eine Docking-Station, was aus einigen Hersteller-Informationen nur undeutlich hervorgeht – darunter fallen beispielsweise das Dell Latitude 131L, das HP Compaq nx7300 und das Lenovo Thinkpad R60e. Auf die Angaben von Händlern kann man sich meist noch weniger verlassen, beispielsweise führte der Zubehör-Link eines Online-Shops beim Lenovo R50e längere Zeit zur nicht anschließbaren Docking-Station.

Noch schlechter findet man heraus, ob alle Docking-Anschlüsse funktionieren, besonders DVI und SPDIF gehören zu den unsicheren Kandidaten. So bleiben per DVI angeschlossene Monitore beim HP Compaq nx6325 und nx7400 dunkel. LG sagt immerhin, dass der Docking-DVI nicht bei Notebooks mit Chipsatz-Grafik funktioniert. Dell verwirrt den Kunden mit mehreren gleich aussehenden Docking-Stationen, die laut Beschreibung für verschiedene Notebooks gedacht sind und die auf Nachfrage dann doch untereinander kompatibel sein sollen. Lediglich der PCI-Slot der größten Docking-Station soll bei den Latitudes der D500-Serie nicht funktionieren – was wiederum nirgends erwähnt ist. Manchmal hilft der sorgfältige Vergleich der technischen Dokumentation; einige Hersteller wie Dell und HP lagern auf den englischen Seiten ausführlicheres Material als auf den deutschen. Interessenten sollten sich im Zweifel die gewünschten Eigenschaften schriftlich vom Hersteller zusichern lassen.

Notebook-Kauf: Display

Es existiert kein Verfahren, um die Displayqualität zu messen und in einer oder wenigen Zahlen auszudrücken. Die Hersteller können daher kaum mehr als Diagonale und Pixelzahl angeben – manchmal findet man noch Hinweise zur maximalen Helligkeit, meist in Nits, was den von uns angegebenen Candela/m² entspricht. Doch bisher hatten wir kein Notebook im Test, das die versprochene Helligkeit erreicht. Selbst an der hellsten Stelle des Displays ermittelte unser Leuchtdichtemessgerät bestenfalls 90 Prozent des angegebenen Werts. Immerhin stimmt meist die Größenordnung: Wenn 200 Nits im Datenblatt stehen, kann man ein angenehm helles Display mit deutlich über 150 cd/m² erwarten; die "Dual Lamp bis 400nits" im Acer Aspire 9520 erreicht außergewöhnlich helle 300 cd/m². Samsung übertreibt allerdings bei einigen Modellen.

Auf noch unschärfere Formulierungen sollte man sich nicht verlassen: Sonys VGN-AR mit beworbenen "zwei Leuchten" dümpelt bei wenig aufregenden 130 cd/m², wogegen das LG Electronics W1 trotz bescheidener Werbung mit einem 200 cd/m² hellen Panel erfreut.

Für Innenräume gelten 100 cd/m² als ausreichend. Dunklere Displays sind ohne Anstrengung nur bei gedämpftem Tageslicht ablesbar. In der Nähe von Fenstern oder draußen im Schatten benötigt man 120 bis 160 cd/m², unter freiem Himmel je nach Wolkendichte auch mehr. Displays mit über 200 cd/m² sind auch bei Sonnenlicht ablesbar. Viele Anwender empfinden bei normaler Beleuchtung etwa 150 cd/m² als angenehm, doch aus ergonomischer Sicht sollte man sein Display etwas dunkler stellen als einem auf den ersten Blick gefällt.

Auch den Blickwinkelbereich verraten die Hersteller nur selten. Er bezieht sich auf den Kontrast von Schwarz zu Weiß, ohne Farbverfälschungen zu berücksichtigen. Die treten bei Notebook-Displays üblicherweise schon nach kleinen Veränderungen der Blickrichtung auf, beispielsweise wenn der Anwender sich zurücklehnt.

In letzter Zeit landen mehr und mehr Displays auf dem Prüfstand, deren Hintergrundbeleuchtung nur in einem schmalen vertikalen Blickwinkelbereich die volle Helligkeit zeigt. Bei einigen Displays erscheint dabei schon aus einem normalen Betrachtungsabstand nur ein horizontaler Streifen über die halbe Panel-Höhe gleichmäßig ausgeleuchtet – oben und unten sieht man einen dunkleren Bereich. Beim normalen Arbeiten oder auch bei Filmen stört die ungleichmäßige Helligkeitsverteilung weniger, aber an eine halbwegs farbneutrale Fotobearbeitung ist mit solchen Displays nicht zu denken, auch muss man das Display ständig der eigenen Sitzposition anpassen.

Viele Notebooks sind mit einem spiegelnden Display ausgestattet. Die von den Herstellern mit Begriffen wie TrueLife, CrystalBrite, ColorShine, Glare, BrightView, FineBright oder Hochglanz beworbenen Panels haben eine glatte Oberfläche, die Reflexionen zeigt, sobald Lichtquellen hinter dem Anwender stehen oder der Display-Inhalt dunkel ist. Im Vergleich zu matten Displays liegt ihr Farbkontrast höher, auch weil viele solcher Panels ein tieferes Schwarz zeigen. Das nützt ein wenig bei Texten, vor allem erscheinen Fotos, Filme und Spiele brillanter. Doch gerade bei diesen Anwendungen tauchen viele dunkle Flächen auf, in denen die störenden Spiegelbilder besonders augenfällig sind.

Im Allgemeinen schränken die Spiegeldisplays daher die Einsatzmöglichkeiten des Notebooks ein, nur in kontrollierten Arbeitsumgebungen profitiert man vom höheren Kontrast. Die anfangs propagierten Vorteile höhere Helligkeit und größerer Farbraum treffen nicht mehr auf jedes glatte Display zu, denn die schlechten Panels mit flauen Farben, gräulichem Schwarz und schwacher Hintergrundbeleuchtung sind inzwischen auch im Spiegelkabinett angekommen.

Wer matte Displays bevorzugt, wird im Billigsegment fündig, dort spiegelt nur etwa die Hälfte der Displays. Eine noch größere Auswahl bieten die Business-Notebooks, von denen nur einzelne ausschließlich mit Spiegeldisplay erhältlich sind. Trotz dieser Lichtblicke gestaltet sich derzeit die Suche nach guten Displays schwierig.

Notebook-Kauf: Laufzeit

Die Angaben der Hersteller zur Laufzeit stellen selten mehr als einen groben Richtwert dar. Einige entsprechen ziemlich genau unseren Messungen, andere können wir nur bei dunklem oder sogar ausgeschaltetem Display nachvollziehen. Manchmal stammt die Laufzeitangabe offensichtlich von einer anderen Modellvariante mit deutlich unterschiedlicher Leistungsaufnahme. Ganz einfach haben es die Hersteller allerdings auch nicht, denn beispielsweise existiert gar keine echte Industrienorm zum Messen der Laufzeit, die auch die Display-Helligkeit mit einbezieht.

Falls der Hersteller die Akkukapazität (in Wattstunden) angibt, kann man die Laufzeit daraus errechnen, wenn man die Leistungsaufnahme schätzt. Das gelingt für Windows XP recht zuverlässig: Die meisten 15,4-Zoll-Notebooks mit Chipsatz-Grafik benötigen bei niedriger Prozessorlast um 15 Watt, die meisten mit separatem Grafikchip um 20. Andere Display-Größen gehen mit grob 0,5 Watt pro Zoll in die Rechnung ein. Gut konzipierte Notebooks (dazu gehören – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – Dell Latitude, Apple MacBook, Lenovo ThinkPad, HP Compaq) kommen mit einigen Watt weniger aus, etwa 13 bei integrierter und 17 bei separater Grafik. Stromfresser (dazu gehören viele Asus-Notebooks, einige Fujitsu Siemens Amilo und durch die Bank fast alle mit Grafikchips der Klasse GeForce 7900 und Radeon X1800) ziehen 25 bis 30 Watt, teils sogar deutlich mehr.

Unter Windows Vista (siehe [4]) gehen bislang nur wenige Notebooks ähnlich sparsam mit dem Akkuinhalt um, die meisten benötigten mindesten drei bis fünf Watt mehr als unter XP. Auch mit Linux funktionieren nicht immer alle Stromspar-Funktionen. Es besteht jedoch Hoffnung, dass zukünftige BIOS- oder Treiber-Updates den Stromhunger von Linux und Vista zügeln, auch kamen erste Prototyen mit Intels neuer Centrino-Plattform Santa Rosa deutlich besser mit Vista zurecht.

In der Praxis brauchen die Geräte meist mehr. Ein zusätzlicher Stromfresser ist das Display: Die obigen Werte gelten für die von uns bei Laufzeitmessungen benutzte Helligkeit von 100 cd/m². Viele Anwender stellen ihr Display jedoch heller ein, bei 150 cd/m² steigt die Leistungsaufnahme um drei bis fünf Watt. Hellere Displays kosten auch mal zehn Watt. Aktuelle Prozessoren ziehen bei typischen Büroarbeiten mit vielen Wartezeiten auf Nutzereingaben im Mittel zwei bis fünf Watt, selten mehr. Wer seinen Prozessor ständig unter Volllast hält oder 3D-Spiele anwirft, muss jedoch mindestens 30 Watt einkalkulieren, bei schnellen Grafikchips deutlich mehr.

Notebook-Kauf: Prozessor

Die schnellsten Mobilprozessoren sind momentan Intels Core 2 Duo mit 4 MByte L2-Cache, also die T7000er-Modelle außer dem T7100. Der Spitzenreiter T7700 erreicht 2,4 GHz bei FSB800, das schnellste FSB667-Modell ist der T7600 mit 2,33 GHz – beide kosten happig viel. Auch noch zur Spitzenklasse zählen der Core 2 Duo mit 2 MByte # (1,67 bis 1,83 GHz), der Vorgänger Core Duo T2000 (1,6 bis 2,33 GHz) sowie der AMD Turion 64 X2 mit 1 MByte L2-Cache (TL-52 bis TL-64, 1,6 bis 2,2 GHz). Sie alle haben zwei Rechenkerne.

Alle anderen Prozessoren sind langsamer, wobei die feinen Abstufungen eher aus Marketing- als aus praktischen Gründen sinnvoll sind. Die Mittelklasse bilden die Einkern-Modelle AMD Turion 64 und Intel Core Solo sowie die Zweikern-CPU Intel Pentium Dual Core. Die Sparklasse besteht aus AMD Sempron, Intel Celeron M und dem hierzulande selten anzutreffenden VIA C7-M. Von einigen Prozessoren gibt es Stromspar-Versionen.

Der Unterschied zwischen dem langsamsten Celeron M und dem schnellsten Core 2 Duo mag in einigen Anwendungen deutlich spürbar sein, aber Abstufungen von ein paar hundert Megahertz merkt niemand. Selbst wenn – wie in einigen mäßig konzipierten Notebooks üblich – der Prozessor im Akkubetrieb gedrosselt ist, fällt das nicht jedem Anwender auf. Berechnungen wiederum, die mehrere Minuten oder gar Stunden dauern, beschleunigt ein schnellerer Prozessor nicht so sehr, dass man ohne Verzögerung weiter arbeiten könnte – immerhin erleichtert ein Zweikern-Prozessor, sich derweil mit anderen Programmen zu beschäftigen.

Die Virtualisierungstechniken von AMD und Intel werden von immer mehr entsprechenden Programmen wie VMware und VirtualPC genutzt. Einige aus dem Linux-Umfeld wie Xen oder KVM benötigen diese CPU-Funktionen sogar, um Windows als Gastsystem zu starten. Die schnellen Mobilprozessoren Turion X2, Core 2 und die meisten Core-Versionen haben diese Technik eingebaut. Einige Prozessoren (Intel Core 2, die meisten von AMD) beherrschen 64-Bit-Befehle, was in Notebooks jedoch hauptsächlich für Entwickler entsprechender Software interessant ist. Einen deutlichen Vorteil bringt ein 64-Bit-Betriebssystem erst bei weit über 4 GByte Hauptspeicher, was in Notebooks derzeit nicht möglich ist.

Grafikchip Schon die langsamste Grafiklösung, nämlich Chipsätze mit integrierter Grafik, sind für die meisten Einsatzgebiete schnell genug. Im etwas schnelleren Mittelfeld tummeln sich viele Grafikchips, die demgegenüber keine wesentlichen Vorzüge bieten, sondern hauptsächlich Preis und Leistungsaufnahme in die Höhe treiben und somit zu wärmeren und lauteren Notebooks führen. Erst die Oberklasse bietet einen für Spieler interessanten Geschwindigkeitsschub. Bei der Einschätzung der Leistungsfähigkeit im Vergleich zum Desktop-PC darf man sich nicht an den Namen der Chips orientieren, weil viele Notebook-Chips langsamer laufen als ihre gleichnamigen Desktop-Verwandten. Beispielsweise hat der Nvidia GeForce 7600 als Desktop-Version zwölf, als Mobil-Version nur acht Pixel-Pipelines.

Seit der Einführung von Zweikanal-Speichercontrollern und Double-Data-Rate-Speicher machen Chipsatz-Grafikkerne einen Rechner nicht mehr langsamer. Man muss lediglich darauf achten, Notebooks mit zwei Modulen zu bestücken. Ausreichend groß sollten sie zudem sein, denn der Grafikkern nutzt einen Teil des Hauptspeichers für sich, der – bei 3D-Anwendungen, ungeschickt programmiertem BIOS oder Windows Vista – auch mal auf 128 oder sogar 256 MByte anwachsen kann. 512 MByte Hauptspeicher sind dabei wirklich nur dann akzeptabel, wenn man auf den allerletzten Cent achtgeben muss oder wenn die Geschwindigkeit gar keine Rolle spielt.

Zwischen Geschwindigkeit und Leistungsumfang der Chipsatz-Grafiken von AMD/ATI (Radeon Xpress 1100/1150), Intel (GMA950 im Mobile 945GM und GMA X3100 im Mobile 965GM) und Nvidia (GeForce Go 6100/6150) besteht kein wesentlicher Unterschied. Sie sind für Büroanwendungen, Videoschnitt und Bildbearbeitung (was alles aus Sicht des Grafikchips fast dasselbe ist) schnell genug. Alten oder anspruchslosen 3D-Spielen ermöglichen sie spielbare Frameraten. Sie haben einen TV- und einen (passablen) VGA-Ausgang und können Displays per DVI (der X3100 sogar per HDMI) auch digital mit bis zu 1920 × 1200 Punkten ansteuern. Das externe Display läuft wahlweise als erweiterter Desktop oder im Clone-Modus und kann eine andere Auflösung und Bildwiederholfrequenz als das interne Display zeigen, auch 16:10-Auflösungen. Docking-Stationen lassen sich so konstruieren, dass dessen DVI-Buchse ein Signal trägt. Somit bleiben bis auf eine hohe 3D-Leistung keine Wünsche offen. Vista-Käufer sollten allerdings die in einigen Auslaufmodellen anzutreffenden Intel-Chipsätze Mobile 855GM und Mobile 915GM meiden, weil ihre Grafikkerne für die Aero-Oberfläche zu langsam sind.

In der Praxis sind allerdings nur bei wenigen Modellen alle Fähigkeiten umgesetzt. Oft muss die Chipsatz-Grafik als Billiglösung herhalten und die Hersteller sparen dann auch an anderen Ecken: Sie schlampen beim VGA-Ausgang, lassen die DVI-Buchse weg oder nutzen die DVI-Buchse der Docking-Station nicht. Viele Notebooks versagen bei der Ansteuerung von Monitoren oder Projektoren mit den immer weiter verbreiteten Breitbild-Auflösungen wie 1280 × 720, 1440 × 900 oder 1360 × 768 Punkten.

Doch mit einem separaten Grafikchip verschwinden diese Probleme nicht, viele Notebooks mit Nvidia- oder ATI/AMD-Grafik kommen ebenfalls mit matschigem VGA-Signal, ohne DVI und mit Aussetzern bei diesen gar nicht mehr so exotischen Auflösungen. Die Grafikchips bieten daher keinen anderen Vorteil, als dass 3D-Spiele schneller l aufen. Doch Chips wie ATIs Mobility Radeon X1300 und X1400 sowie Nvidias GeForce Go 7300 und 7400 beschleunigen nur wenige Spiele deutlich. Auch die neuen Einsteigerchips wie der Mobility Radeon X2300 oder Nvidia GeForce 8400M bieten keine höhere Geschwindigkeit.

Etwas nützlicher sind die Chips der Mittelklasse: Radeon X1600 und X1700 sowie GeForce 7600; auch die Neulinge Radeon HD 2600 und GeForce 8600M dürften sich in dieser Klasse einsortieren. Aber auch mit ihnen ist nicht daran zu denken, aktuelle 3D-Spiele in voller Detailtiefe ruckelfrei laufen zu lassen. Schnellere Grafikchips wie den GeForce 7900 findet man nur in wenigen Notebooks.

Welcher Chipsatz die ganzen Komponenten verbindet, spielt – abgesehen davon, ob er einen Grafikkern enthält oder nicht – keine wichtige Rolle. Intel-Prozessoren findet man fast nur in der Kombination mit Intel-Chipsätzen, AMD-Prozessoren mit einem von Nvidia oder ATI. Ein von AMD gerade vorgestellter Desktop-Chipsatz wird über kurz oder lang auch im Notebook landen, drin steckt natürlich ATI-Technik. Einige ATI- und Nvidia-Southbridges haben eine etwas niedrigere USB-Transferrate, was aber in der Praxis nur selten eine Rolle spielt. In billigen Notebooks findet man ab und zu (auch in Kombination mit Intel-Prozessoren) Chipsätze mit integrierter Grafik von SiS oder VIA, die etwas langsamer sind, aber bei den Billiggeräten steht eine hohe Performance ja sowieso nicht im Vordergrund.

Notebook-Kauf: Festplatte

Bei Arbeiten mit Fotos, großen Präsentationen oder stark bebilderten Dokumenten muss die Festplatte immer größere Datenhäppchen bewältigen. Vor einigen Jahren spuckten Digitalkameras JPG-Fotos mit weit unter 1 MByte Größe aus, die RAW-Dateien heute aktueller Kameras nehmen über 10 MByte ein. Entsprechend steigen auch die Ansprüche an Geschwindigkeit und Größe der Festplatte.

Für eine Betriebssystem-Installation mit großzügig Platz für Programme kann man 20 GByte veranschlagen. Will man besonders viele Anwendungen, umfangreiche (also auf DVD oder mehreren CDs gelieferte) Spiele oder Nachschlagwerke installieren, wächst der Platzbedarf entsprechend. Wer sich hauptsächlich mit E-Mails, Büro- und Studienunterlagen oder der Firmenbuchhaltung beschäftigt, kommt ganz gut mit 40 oder 60 GByte großen Festplatten aus. Platz für ein paar hundert Fotos, MP3-Songs oder Hörbucher bleibt dabei allemal.

Wenn die Sammlung eher in Tausender-Stückzahlen geht oder ein zweites Betriebssystem zum Einsatz kommen soll, passt eine 80er- oder 100er-Platte besser. Wer aus Passion oder beruflicher Notwendigkeit gar mit zehntausenden Fotos oder Songs zu tun hat, braucht eine Platte ab 120 GByte. Besondere Platzfresser sind zudem Filme, egal ob selbst gedreht, per TV-Modul aufgenommen oder von den eigenen DVDs gerippt. Derzeit sind Platten mit maximal 200 GByte erhältlich, größere dürften noch dieses Jahr in die Läden kommen.

Eine hohe Transfergeschwindigkeit macht sich in vielen Situationen bemerkbar, beim Booten, beim Aufwachen aus dem Ruhezustand, beim Umgang sowohl mit vielen als auch mit großen Dateien. Lediglich beim Konvertieren von Videos ist eher der Prozessor gefordert, beim Surfen die Internet-Verbindung und beim Schreiben der Kopf.

Als besonders schnell erweisen sich Platten mit 7200 U/min und 8 MByte großem Cache. Aufgrund der höheren Datendichte gehören auch die 160- und 200-GByte-Platten mit 5400 U/min zu den schnelleren. Nur bei wenigen Notebook-Herstellern kann der Kunde allerdings die Eigenschaften der Festplatte so detailliert festlegen.

Der mechanische Einbau einer neuen Festplatte macht ähnlich wenig Probleme wie die Erweiterung des Hauptspeichers. Aber alle Programme samt Einstellungen und Daten von der alten auf die neue Platte zu bekommen, ist recht umständlich. Daher sollten Käufer darauf achten, dass ihr Notebook ab Werk mit der gewünschten Platte ausgestattet ist.

Solid-State-Disks mit ausschließlich Flash-Speicher statt beweglichen Scheiben kosten so viel wie ganze Notebooks und sind noch nicht zu vernünftigen Preisen erhältlich. Bisher bietet lediglich Dell zwei seiner Latitude-Geräte optional mit einer Solid-State-Disk an (siehe [1]), auch Sony hat ein Modell im Angebot. Mit der Auslieferung von Hybrid-Platten – herkömmliche Magnetscheiben mit zusätzlichem Flash-Speicher – will Samsung in Kürze beginnen; eine eingebaute Unterstützung für den Flash-Speicher wird aber anfangs wohl nur Windows Vista mitbringen.

Als optische Laufwerke kommen schon bei den billigsten Notebooks nur noch DVD-Brenner zum Einsatz, oftmals sogar mit Brennfunktion für Double-Layer-Medien. DVD-ROMs oder CD/RW-Laufwerke sind nur noch optional für einige wenige Geräte lieferbar.

Notebook-Platten haben aufgrund der stärkeren mechanischen Belastung ein größeres Ausfallrisiko als die im Desktop-PC, bei mobil genutzten steigt zudem das Diebstahlrisiko. Eine regelmäßige Sicherung der Daten ist daher unverzichtbar. Per DVD-R oder CD-R ist das nur bei kleinen Datenmengen praktikabel, größere lassen sich komfortabler per externer Festplatte (USB oder Firewire; etwa 100 Euro für 300 GByte) oder per LAN (Server oder NAS, siehe [2]) sichern. Auf längeren Reisen, besonders zu produktiven Zwecken, gehört eine externe Platte, ein Image-Tank, ein MP3-Spieler mit genügend freiem Platz oder ähnliches ins Gepäck – alternativ sichert man die neuen Daten per Internet-Backup.

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